Symposium: Fortschritte in der Quantenwissenschaft und -technologie
Tradition
Seit 2010 organisiert die SPG zusätzlich zu ihren Jahrestagungen alljährlich ein oder manchmal auch zwei halbtägige Symposien. Als 2011 die SPG Sektion „Geschichte der Physik“ gegründet wurde, entstand die Idee, historische Höhepunkte der Physik und ihren Einfluss bis in unsere Tage der interessierten Öffentlichkeit vorzustellen. Später beschlossen wir, die Symposien in die Jahrestagungen zu integrieren, um den organisatorischen Aufwand zu reduzieren. Heute werden sie zu Tagungsbeginn als Vernissage präsentiert, um eine wichtige Botschaft an die Öffentlichkeit zu senden und insbesondere junge Menschen zu erreichen. Meistens werden im Symposium drei oder vier Vorträge angeboten, wobei sich der erste Vortrag auch aus theoretischer, historischer und philosophischer Perspektive mit der Person oder dem Ereignis befasst. Anschließend werden die Auswirkungen auf die Gegenwart aus der Sicht der Grundlagenforschung, der angewandten Physik und, wenn bereits möglich, der Technologie betrachtet. Dieses Konzept einer wissenschaftlichen Zeitreise kam bislang beim Publikum, darunter jüngere und ältere Teilnehmer, Kollegen aus Universitäten und der Industrie, aber auch aus der Bevölkerung, gut an.
Verschränkung
Das von der UNESCO für 2025 ausgerufene Jahr der Quantenwissenschaft und -technologie hat der Welt gezeigt, dass die Quantenwelt nicht nur eine statische Ansammlung von Atomen und Molekülen ist, wie sie unter einem Mikroskop zu beobachten ist, sondern eine pulsierende Nanowelt mit starken Wechselwirkungen zwischen einzelnen Atomen, aber auch zwischen ganzen Atomkollektiven. Eines der bizarrsten Phänomene, das sich dem menschlichen Verständnis völlig entzieht, ist die sogenannte Quantenverschränkung, d. h. die Kopplung von Quantenzuständen einzelner Teilchen, seien es emittierte Lichtquanten, sogenannte Photonen, aber auch einzelner Atome, Moleküle und sogar ganzer Molekülgruppen. Das eröffnet neue Anwendungsmöglichkeiten, von denen die bekanntesten die des Quantencomputers, aber auch die Methoden der Quantenverschlüsselung (Kryptografie) und die vieler anderer Ansätze in der modernen Computer- und Kommunikationswissenschaft sind. Und es geht weiter, so zeichnen sich mittlerweile auch Anwendungsmöglichkeiten in den Bereichen der Messtechnik und der Produktionstechnik ab.
Symposium
Aufgrund dieser Überlegungen findet die diesjährige Veranstaltung unter dem Titel Fortschritte in der Quantenwissenschaft und -technologie statt, bei der wir über die neuesten Entwicklungen im Bereich der modernen Quantenforschung berichten möchten, dabei den Schwerpunkt auf die Quantenverschränkung legend, wie sich neue Anwendungsbereiche eröffnen und sich auch mehr industrielle Möglichkeiten ergeben.
Das Programm enthält die folgenden Vorträge:
- Julian Sonner, Université de Genève: Inseparable Quanta: Entanglement in Modern Physics
- Géraldine Haack, Université de Genève: How to exploit heat exchanges to generate and manipulate entanglement ? From quantum thermodynamics to quantum technologies
- Cornelius Hempel, PSI Villigen / ETH Zürich: Quantum entanglement between trapped ions: creation, detection and use for sensing and computation
- Thibaud Ruelle, CSEM: Next‑Generation Miniature Atomic Clocks: From Lab Concepts to Compact Reality
Die Abstracts der Vorträge sowie organisatorische Details werden in der nächsten Ausgabe der SPG Mitteilungen veröffentlicht.
Dieses Symposium findet am Nachmittag des 24. August 2026 statt und ist kostenlos zugänglich.
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